Radtourenwoche Toscana

Wer kennt Sie nicht? Die Toscana mit Ihren Hügeln und Zypressen, mit den typischen Bauernhäusern und den kunst- und geschichtsträchtigen Orten, die meist hoch oben auf den Hügeln thronen. Die goldgelb glänzenden, abgeernteten Getreidefelder, die silber schimmernden Olivenbäume und die kräftig grünen Rebstöcke.

Wir entführen Sie auf eine Radreise in wohl eine der bekanntesten Landschaften Italiens. Dabei lernen wir vorwiegend die südliche Toscana kennen. Unser Quartier liegt ca. 40 km südlich von Siena in San Quirico auf ca. 450 m Seehöhe, hierher kommen nur wenige Urlauber. Wir zeigen Ihnen die ursprüngliche Toscana, führen Sie fast ausschließlich auf kleinen, wenig befahrenen Straßen und zeigen Ihnen Kleinode und Orte, die der „normale“ Urlauber der Toscana nicht aufsucht. Gerade diese kleinen Kostbarkeiten machen den Reiz dieser Radtourenwoche aus. Bei dieser Radtourenwoche stehen nicht nur sportliche Höhepunkte im Vordergrund, wir erleben auch kulturelle Höhepunkte und halten Einkehr in einige der vielen hervorragenden Tavernen bei Toscanischer Küche und exzellentem Wein. Die täglichen Radtouren werden entweder direkt vom Quartier aus unternommen, oder wir fahren zuerst mit dem Bus und steigen erst später auf das Rad um. Das Klima ist Ende August/Anfang September bereits milder als im Hochsommer , die Nächte sind meist trotzdem lau und wir können die Abende in den Gastgärten der Tavernen oder direkt auf den Terrassen unseres Quartiers nützen. Wir wohnen in einem wunderschönen, restaurierten Anwesen mit Swimming-Pool und wunderschönem Panoramablick auf Basis Doppelzimmer/Einbettzimmer, es sind jedoch auch einige Appartments verfügbar. Selbst wenn Sie schon Toscana-Kenner sind, werden Sie auf dieser Radtourenwoche viele neue Facetten dieses herrlichen Lebensgefühls kennenlernen.

Die Eckdaten

Streckencharakteristik:
Hügeliges, kupiertes Gelände. Kurze, manchmal auch längere Anstiege, die nicht zu unterschätzen sind, wechseln mit herrlichen Abfahrten. Nach Möglichkeit befahren wir kleinere, verkehrsarme Straßen, meist Asphalt, nur wenige km Schotterstraßen

Streckenlänge: ca 400 km
Etappenlänge: ca. 40 bis 90 km
Höhenmeter:
ca. 500 bis 1.800 pro Tag
Gesamthöhenmeter: ca. 6.000

Anforderung:

sportliche Radfahrer/innen mit gelegentlichem Training, mittlere Kondition und Ausdauer sind vorteilhaft.

Der Streckenüberblick

1. Tag: Anreisetag

Fahrt von Laussa bzw. Steyr über Salzburg – Innsbruck – Brenner nach Bozen. Weiter nach Verona – Modena – Bologna – Florenz – Sinalunga – San Quirico. Ankunft ca. zwischen 19 und 20 Uhr abends. Bezug des Quartiers und kurze Routenbesprechung.

2. Tag:(ca. 60 km, ca. 900 HM)

Heute erforschen wir die unmittelbare Umgebung von San Quirico mit dem Rad. Nach einem gemütlichen Frühstück im Quartier oder in der kleinen Bar am bezaubernden Ortsplatz „satteln“ wir die Räder. San Quirico liegt auf einem kleinen Hügel und ist teilweise von einer Stadtmauer umschlossen, ein runder Turm bildet den höchsten Punkt der gesamten Anlage. Trequanda selbst ist ein reizendes, kleines Dorf mit Kirche, Trattoria, Lebensmittelgeschäft, Bäckerei (erstklassiges Gebäck) Bank und Bar. Wir verlassen Trequanda in Richtung Süden und erblicken bald die mächtige Festung von Montelifre, die heute in eine schöne Appartementanlage umgebaut wurde. Nach 5 km erreichen wir bereits Montisi – ein kleines Dorf – das, wie könnte es anders sein, auf einem Hügel thront. Es folgt eine kurze Abfahrt, die jedoch gleich wieder in eine 2 km Steigung übergeht. Am Ende der Steigung kommen wir in Castelmúzio an und durchstreifen kurz die engen und malerischen Gassen des Dorfes. Mitten am Dorfplatz ist ein toller Gastgarten, ein herrliches Ambiente für ein Abendessen an einem der nächsten Tage. Von Castelmúzio geht’s wieder flott abwärts durch Olivenhaine und in der Ferne erblicken wir bereits Pienza, die Stadt die Papst Pius II zur idealen Renaissance-Stadt umgestalten ließ, sie wurde zum sogenannten „Weltkulturerbe“ der Unesco erhoben. Zunächst erkennen wir aber auch das mächtige Kloster St. Anna in Camprena, das vor allem seit dem Film „Der Englische Patient“ bekannt ist, der dort gedreht wurde. Ein kurzer Abstecher zum beeindruckenden Kloster ist jedenfalls empfehlenswert. Die letzten km nach Pienza finden wir wieder eine leichte Steigung vor und viele tolle Photomotive, wie sie sich wohl nirgendwo derart „aufdrängen“, wie in diesem Teil der Toscana. Pienza liegt auf knapp 500 m Seehöhe und wir haben bereits fast ebensoviele Höhenmeter hinter uns obwohl wir erst 20 km in den Beinen haben. Die Stadt ist ein Musterbild der Renaissance. Der mächtige Dom herrscht über das Val d’Orcia und wir genießen den Ausblick darauf und den Blick auf den Monte Amiata, der mit 1.760 m die höchste Erhebung der südlichen Toscana darstellt. Ihn werden wir diese Woche noch befahren, durch die stillen und schattigen Kastanienwälder aufwärts bis zum Gipfel, der uns einen unendlichen Rundblick bietet. Der Ausblick von Pienza auf das Val d’Orcia läßt einem fast den Atem stocken. Am ersten Sonntag im September findet hier alljährlich die „Fiera del Cacio“ statt, die berühmte Käsemesse. Dabei werden die Köstlichkeiten der Umgebung und vor allem der berühmte Schafkäse – „Pecorino de Pienza“ präsentiert. Nach einer ausgiebigen Besichtigung der lieblichen Gassen von Pienza und der vielen kleinen Läden mit ihren lokalen Köstlichkeiten wie Pecorino, Wein, Olivenöl, Kräuter, etc. nehmen wir die nächsten Kilometer ins Visier. Wir werden wahrscheinlich diese Woche noch einen netten Abend in einem der typischen Lokale (z.B. Latte di Luna) von Pienza verbringen. Nach Pienza folgt eine langgezogene Abfahrt über 3.5 km ins Val d’Orcia. Nach kurzer Fahrt zweigen wir links ab und fahren nach Monticchiello hoch, wohl einem der verträumtesten Orte der gesamten Toscana. Neben Monticchiello verblassen Orte wie San Gimignano vollständig. Hier herauf verirren sich kaum Urlauber und die Autobuskolonnen bleiben fern. Der Ort ist zur Gänze liebevoll restauriert, wie die meisten Orte der Toscana und zählt für mich jedesmal zu den Highlights dieser Radtourenwoche. Wir haben bereits in der kleinen Trattoria am Eingang des Ortes unmittelbar neben dem Stadttor reserviert und genießen von der Terrasse bei Bruschetta und Vino bianco die herrliche Aussicht auf das Val d’Orcia. Nach einer ausgiebigen Siesta geht es weiter entlang einer durch Fotos überall bekannten Zypressenallee in Richtung Montepulciano. Bekannt vor allem durch den Vino Nobile di Montepulciano und durch den weithin sichtbaren Renaissancedom St. Biagio. Die Stadt liegt auf ca. 600 m Seehöhe und wir nehmen den kurzen, aber sehr steilen Weg hinauf in die Altstadt gerne in Kauf. Vorher besichtigen wir noch die beeindruckende Allee vor dem Dom von St. Biagio und besichtigen auch das Innere dieses beeindruckenden Bauwerkes. Von Montepulciano aus fahren wir dann über kupiertes Gelände retour Richtung Pienza, vorbei an Schafherden und werfen nochmals einen Blick zurück auf Montepulciano, das von hier aus einen unvergleichlichen Anblick bietet, vor allem in der Abendsonne. Wir zweigen bald ab und halten uns nach Norden gegen Trequanda. Vorbei geht’s noch an einer Trattoria, der wir auch in dieser Woche sicherlich noch einen Besuch abstatten werden. Die letzten vier km unserer heutigen Etappe fahren wir leicht bergab durch kühlen Eichenwald und plötzlich taucht Trequanda wieder vor uns auf. Ein mit vielen tollen Eindrücken beladener Tag geht zu Ende und wir haben einen ersten Eindruck dieses einzigartigen Lebensgefühls „Toscana“. In einer netten Trattoria lassen wir den Tag ausklingen.

3. Tag:(ca. 80 km, ca. 1.000 HM)

Auch heute fahren wir bereits von Trequanda weg mit dem Rad. Dabei erleben wir gleich wieder mehrere Highlights dieser Radtourenwoche wie z.B. Bagno Vignoni, San Antimo und Montalcino. Aber nun der Reihe nach: Von Trequanda fahren wir wieder nach Montisi, von hier geht’s leicht abwärts und wir erblicken bereits den südlichen Teil der Crete, einer eigenartigen, kargen Landschaft mit den typischen, einsamen Bauernhöfen und Zypressen. Die Felder sind um diese Zeit schon längst abgeerntet und die Stoppeln glänzen goldgelb und wir hören das fast schon vertraute Quietschen der Ackerschlepper, die nun ihre mühselige Arbeit aufgenommen haben. In San Giovanni d’Asso biegen wir links ab und fahren ca. 8 km fast eben nach Torrenieri. Nun folgt wieder ein kupierter Abschnitt und wir fahren auf der alten Landstraße Richtung San Quirico. Dabei erblicken wir wieder einige typische und bekannte Photomotive der Toscana. Die Altstadt von San Quirico werden wir uns kurz anschauen, sie ist eine Besichtigung wert. Anschließend folgt eine kurze Abfahrt über die Via Cassia, die Nationalstraße Nr. 2, die direkt nach Rom führt. Doch bereits nach 5 km tauchen wir ein in Bagno Vignoni, einem mittelalterlichen Badeort, der seinesgleichen sucht. Der Hauptplatz besteht aus einem großen, rechteckigen Badeteich und auch heute noch fließt das warme Thermalwasser durch den Teich. Der ist allerdings heutzutage nicht mehr zugänglich und wir lassen daher unsere Füße unweit davon in der Thermalquelle baumeln. In Bagno Vignoni fühlt man sich ins Mittelalter rückversetzt. Wir genießen diese Stimmung bei einem Capuccino oder bei einer Kleinigkeit in der bekannten Osteria di Leone. Die nächsten 5 km fahren wir hinauf zum mächtigen Rocca D’Orcia und nach Castiglione d’Orcia. Die Straße zieht in leichten Kehren hoch und wir haben bald die Festung erreicht und besichtigen nun zu Fuß die Festung hoch über dem Val d’Orcia. In der Burg sind jährlich interessante Ausstellungen, vor allem Skulpturen zu bewundern und wir genießen auch den tollen Ausblick vom höchsten Punkt der Festung. Am Fuße der Festung liegt der winzige Ort Rocca d’Orcia, ein besonderes Kleinod. Mit einem normalen Auto praktisch nicht zu erreichen, können wir mit unseren Rädern direkt bis zum Hauptplatz vordringen. Ein mittelalterlicher Ziehbrunnen und ebenso alte Häuser lassen einem die Zeit vergessen. und wenn wir Glück habe, dann ist die einzige Trattoria hier geöffnet, der Chef erscheint zwar manchmal etwas mürrisch, doch seine Kochkünste können sich sehen lassen. Und nach einer Weile hat auch er sich mit uns angefreundet. Nach der Rast fahren wir noch kurz bergauf, ehe uns eine schöne, langgezogene Abfahrt bis hinunter zum Bahnhof Monte Amiata erwartet. Wir fliegen förmlich hinunter und der warme Wind bläst uns um die Ohren. Der nachfolgende 4,5 km lange Anstieg zur Abbazia di Sant’Antimo kann uns in der Nachmittagssonne ganz schön ins Schwitzen bringen. Ober uns erblicken wir das mächtige Castelnuovo dell’Abate. Bald haben wir Sant’Antimo erreicht. Dieser heilige Ort beeindruckt uns immer wieder, er strahlt eine geheimnisvolle Kraft aus. Inmitten von Olivenhainen erstreckt sich eine einmalig schöne und schlichte romanische Kirche. Die Anlage wird heute noch von Ordensbrüdern betreut. Wir lassen den Eindruck auf uns wirken und kehren in die Stille des Gotteshauses ein. Im Hintergrund hören wir leise die Musik alter Choräle, die sich in das Gesamtbild einfügt. Nach einer Rast fahren wir weiter nach Montalcino, das Städtchen ist weithin berühmt durch den edlen Tropfen „Brunello di Montalcino“. Auch wir gönnen uns hier ein Gläschen. Nachdem Montalcino so bekannt ist, tanzen hier auch die Preise aus der Reihe und um den Preis eines Achtels Brunello am Hauptplatz essen wir in Trequanda eine hervorragende Pizza oder trinken eine Flasche „Vino de la Casa“. Von Montalcino aus folgt eine fast 7 km lange Abfahrt hinunter nach Torrenieri und wer möchte, kann von hier aus die letzten 20 km im Bus zurücklegen.

4. Tag:(ca. 80 km, ca. 1.000 HM)

Der heutige Tag wird sicherlich wieder einige Höhepunkte bringen und Ausblicke zeigen, die wir bisher nicht gekannt haben. Wir starten mit dem Bus bald nach dem Frühstück und fahren über Pienza durch das Val d’Orcia ca. 90 km südwärts. Der Weg führt vorbei am Monte Amiata und nach einer Fahrt durch eine beeindruckende Landschaft erreichen wir Sorano, den Ausgangspunkt unserer heutigen Radtour. Die Orte Sorano, Sovana und Pitigliano sind auf Tuffsteinfelsen erbaut und bilden eine einzigartige Kulisse. Bereits der erstmalige Anblick von Sorano überwältigt die Sinne. Wie eine Staumauer erheben sich die Häuser aus dem Tuffstein. Bereits auf den ersten Kilometern fahren wir an alten Etrusker-Gräbern vorbei, die bereits vor mehr als 2000 Jahren angelegt wurden. Nach einer kurzen Abfahrt in den Talboden folgt ein gleichmäßiger Anstieg auf das Landschaftsplateau. Meist mit Rückenwind fahren wir nun leicht abfallend nach Sovana, einer alten Etrusker-Siedlung. In unmittelbarer Nähe finden wir das bekannteste Etrusker-Grab, die „Tomba Ildebranda“. Nach einer kurzen Besichtigung dieses wunderschönen Ortes fahren wir weiter nach San Martino sul Fiora. Der 3,5 km lange Anstieg zum Ort hinauf verlangt bei der Mittagshitze meist einiges Stehvermögen. Doch am Dorfbrunnen oben wartet bereits Abkühlung und auch ein paar Bäume spenden Schatten. Leicht bergan geht die abwechslungsreiche Fahrt noch ca. 6 km , ehe uns eine fast 10 km lange und nicht zu steile Abfahrt erwartet. Nach einem kurzen Anstieg hinauf nach Saturnia haben wir uns eine Mittagsrast verdient. Wir essen in einem der Restaurants am lieblichen Hauptplatz. Nach der gemütlichen Rast folgt der Höhepunkt des heutigen Tages: Ein Bad in der Therme di Saturnia. Dabei schießt das 37 Grad warme Wasser wie ein Wasserfall auf die vielen kleinen Becken, in denen wir uns tummeln. Das Wasser riecht stark schwefelhältig, doch nach ein paar Minuten haben wir uns an den Geruch gewöhnt und genießen das warme Wasser unter freiem Himmel. Nach dem Besuch der Therme sind wir für die folgenden Radkilometer wieder fit und bis Manciano überwinden wir wieder ein paar hundert Höhenmeter. Ab Manciano finden wir eine schöne Abfahrt über mehrere km vor, doch bald darauf nimmt die Steigung wieder zu Richtung Pitigliano. Plötzlich nach mehreren Kilometer Fahrt auf dem Plateau fällt die Straße ab und wir haben einen überraschenden und wohl einzigartigen Ausblick auf die, Stadt Pitgliano, die auf Tuffsteinfelsen errichtet wurde. Am Fuße der Felsen haben die Etrusker ihre Grabmäler errichtet. Wir besichtigen noch kurz die Stadt und fahren dann weiter zum Ausgangspunkt unserer Runde nach Sorano. Auf dem Heimweg per Bus werden wir noch in einer typischen Trattoria unser Abendessen genießen.

5. Tag:(ca. 40 km, ca. 500 HM)

Heute werden wir am Vormittag mit dem Rad durch die Crete nach Siena fahren. Am Nachmittag steht dann die Besichtigung von Siena am Programm, eine der wohl schönsten und geschichtsträchtigsten Städte der Toscana. Von Trequanda radeln wir zunächst über kahle Hügel und entlang der typischen Getreidefelder nach Asciano, dem Zentrum der Crete. Es folgt nun eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke, die gespickt ist mit herrlichen Photomotiven von Bauernhäusern und Zypressen. Bald können wir in der Ferne die Stadttürme von Siena erkennen. Im Auf und Ab durch die Crete erreichen wir bald Taverne d’Arbia, wo wir in den Bus umsteigen, um die letzten, verkehrsreichen Kilometer bis Siena zu bewältigen. Die 60.000 Einwohner-Stadt hat eine völlig erhalten gebliebene Altstadt mit unzähligen Stadttoren. Die Stadt wurde auf mehreren Hügeln erbaut und bereits von weitem erkennen wir den mächtigen Dom mit seiner Kuppel und den Torre del Mangia, der mit seinen über 100 m Höhe nach mühevollem Aufstieg einen herrlichen Rundblick bietet. Der Hauptplatz (Il Campo) zählt sicherlich zu den schönsten Plätzen der Welt und es überkommt einem jedesmal ein eigenartiges Gefühl, wenn wir am muschelförmig angelegten Campo eine kleine Rast einlegen. Zweimal jährlich wird hier unter dem Jubel von Tausenden Zuschauern das Palio ausgetragen, ein Pferderennen, bei dem die 17 Contraden (Stadtbezirke) gegenseitig antreten. Bereits Tage vor dem Palio ist die ganze Stadt in Bewegung und die Anhänger der verschiedenen Contraden ziehen singend und fahnenschwingend durch Siena. Natürlich besichtigen wir auch den herrlichen Dom mit seinen charakteristischen, schwarz-weiß gestreiften Turm aus Marmor. Und auch die vielen kleine Gassen und Geschäfte laden zum Besuch ein. Am späten Nachmittag oder am Abend fahren wir im Bus zurück nach Trequanda. Wenn jemand mit dem Rad retour fahren möchte, ist das natürlich jederzeit möglich.

6. Tag :(ca. 47 km, ca. 900 HM)

Der heutige Tag unterscheidet sich grundlegend von den übrigen Tagen. Wir werden nämlich einen Ausflug auf die Halbinsel Monte Argentario ans Meer unternehmen, im Süden der Toscana. Die zweistündige Autofahrt lohnt sich auf jeden Fall. Wir werden mit einer außergewöhnlichen Radtour um die gebirgige Halbinsel belohnt. Die Anfahrt führt über Montalcino und Grosseto nach Porto Santo Stefano, einem lieblichen kleinen Hafenstädtchen auf der Halbinsel. Hier finden sich auch die Villen reicher Italiener, die die Schönheit der malerischen Küste zu schätzen wissen. Bereits im kleinen Hafenstädtchen beginnt die gebirgige Tour. Einige km fahren wir stetig bergauf und bald sind die vielen kleinen Boote in den Buchten weit unter uns. Die Vormittagssonne brennt bereits unbarmherzig auf uns nieder und der heiße Wind bringt kaum Linderung. Die höchste Erhebung der Halbinsel – Il Telegrafo – ist über 600 m hoch und auch wir bewältigen mit dem Rad einige Höhenmeter. Bereits einige km außerhalb der Stadt treffen wir auf tolle Villen und herrliche Buchten, die jedoch meist vom Land her unzugänglich sind. Nach knapp 10 km haben wir sicherlich schon 300 HM hinter uns. Die nun folgende Abfahrt beenden wir kurz oberhalb einer kleinen Bucht und steigen hinunter um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Nach dem Badeaufenthalt nimmt die Steigung bald wieder auf mind 12-14 % zu. Die Sonne brennt erbarmungslos und wir erkennen, daß es die 47 km die wir heute radeln, ganz schön in sich haben. Es geht weiter steil bergan, aber wir werden mit berauschenden Ausblicken belohnt. Nach ca. 20 km wird die Straße immer schlechter um schließlich in eine sehr grobe Schotterstraße überzugehen. Mit meinem Rennrad habe ich da so meine Probleme. Aber für die Mountain-Biker unter uns, sind auch die bis zu 20 cm großen Steine kein Problem. Nach 5 km auf dieser Naturpiste gibt es endlich wieder eine Asphaltstraße. Bald erreichen wir das kleine Fischerdorf Porto Ercole, wo wir im schön angelegten Hafen eine größere Pause einlegen. Die Hitze und das ständige auf und ab haben uns ganz schön geschafft. Von Porto Ercole sind es nur mehr 12 km zurück zum Ausgangspunkt, wobei die Strecke ab hier praktisch fast eben ist. Am späten Nachmittag kommen wir wieder in Porto Santo Stefano an und treten die Rückreise nach Trequanda an.

7. Tag:(ca. 90 km ca. 1.800 HM)

Für den letzten Radtag haben wir uns etwas besonderes vorgenommen, nämlich die Auffahrt auf den 1.764 m hohen Monte Amiata, den höchsten Berg der südlichen Toscana, der sich über dem Val d’Orcia erstreckt. Im Winter herrscht oben reges Treiben, da sich sogar einige Sessel- und Schlepplifte am Berg befinden. Aber im Sommer ist man auf den kleinen Straßen rund um den Monte Amiata beinahe alleine. Wir radeln von Trequanda über Pienza bis nach Bagni San Filippo (380 m). Wer allerdings zur Anfahrt lieber den Bus benützt, der ist herzlich dazu eingeladen. Von hier aus sind es noch 24 km bis zum Gipfel und immerhin 1.300 HM. Die ersten 7 km geht es gleich ordentlich mit ca. 8 bis 10 % bergauf, dann folgen ca. 3 km flache Strecke bis Abbadia San Salvatore. Hier beginnt der schönste Teil des Anstiegs. Bald tauchen wir in Buchen- und Kastanienwälder ein, die Straße schlängelt sich mitten durch den Wald hoch. Die Blätter lassen nur hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch. Hier oben ist es auch angenehm kühl. Trotz Hitze im Tal hat es am Gipfel meist nur 12 bis 15 Grad. Am Straßenende angelangt haben wir noch 5 Minuten Fußmarsch vor uns, ehe wir vom Gipfel aus einen berauschenden Blick bis ans Meer genießen. Die 24 km lange Abfahrt ist natürlich auch ein Gustostückerl. Wer noch Lust hat kann nun bis Pienza mit dem Rad retour fahren oder auch gleich den Bus benützen. In Pienza jedenfalls verbringen wir noch den restlichen Teil des Nachmittages um uns mit Wein, Olivenöl, Pecorino und Kräutern einzudecken. Ein letzter Blick in der Abendsonne von Pienza auf das Val d’Orcia und den Monte Amiata gibt uns die Gewißheit, daß wir bald wieder hier stehen werden.

8. Tag: Heimreisetag

Der Tag der Heimreise ist gekommen. Schweren Herzens trennen wir uns von diesen Landschaften, den Düften und von der Toscanischen Küche. Was uns bleibt ist die Erinnerung und die Gewißheit bald wiederzukommen und neuerlich mit dem Rad auf Entdeckungsreise zu gehen. Früh am Morgen fahren wir ab über Florenz – Bologna – Modena – Verona – Bozen – Brenner – Innsbruck nach Salzburg und weiter nach Steyr und Laussa.