Radtourenwoche Südtirol

Von Südtirol zum Gardasee

Die herrliche Landschaft in Südtirol, das milde Klima, die meist beständige Wetterlage und die nicht zu steilen Paßstraßen, die uns oft unmittelbar an die schroffen Felstürme der Dolomiten heranführen, lassen diese Radtourenwoche zum Erlebnis werden.

Die „Sella Ronda“ ist ein „Muß“ für jeden begeisterten Radfahrer. Auch mehrere kleinere Paßstraßen werden befahren und wir lernen auch die stillen Seiten von Südtirol kennen. Ein besonderes Erlebnis ist auch die Ankunft am Gardasee, wenn uns hoch über dem See in Tenno die warme Luft des Südens entgegenbläst. Als Abschluß können wir auch einen halben oder ganzen Badetag am Gardasee verbringen.

Die Eckdaten

Streckencharakteristik:
Anspruchsvoll, Befahrung von Paßstraßen, wobei die Steigungen meist länger als in den österr. Alpen sind, aber dafür im Durchschnitt nur 8-10 % steil sind. Nach Möglichkeit befahren wir kleinere, verkehrsarme Straßen

Streckenlänge: ca 550 km
Etappenlänge: ca. 70 bis 120 km mit 1 bis 3 Paßstraßen pro Tag
Höhenmeter: ca. 1.400 bis 2.900 pro Tag
Gesamthöhenmeter: ca. 10.500

Anforderung:
sportliche Radfahrer/innen mit regelmäßigem Training, gute Kondition und Ausdauer werden vorausgesetzt

Der Streckenüberblick

1. Tag: (ca. 85 km, 1.800 HM)

Fahrt von Laussa bzw. Steyr über Salzburg und Felbertauern nach Lienz und weiter bis Toblach. Hier erfolgt am späten Vormittag der Einstieg in die erste Radetappe. Von Toblach fahren wir zunächst leicht bergan bis Schluderbach, wir genießen den herrlichen Blick auf die Sextener Dolomiten. Von Schluderbach aus folgt eine ca. 6 km lange Steigung hinauf zum malerischen Misurina See auf über 1.700 m Seehöhe. Von hier aus bietet sich der malerische Blick auf die 3 Zinnen (und für Spezialisten die 8,5 km lange und auf lange Strecken 16 % steile Auffahrt auf die Auronzo-Hütte). Wir fahren jedoch weiter leicht ansteigend bis zum Tre Croci Paß (1.809 m). Jetzt folgt eine rasante Abfahrt in den mondänen Ort Cortina d’Ampezzo. Dieser weltbekannte Sommer- und Wintersportort liegt in einem Talkessel eingerahmt von Monte Cristallo, Tofana und Sorapis-Gruppe. Nach einer ordentlichen Rast geht’s weiter auf den Passo di Falzárego. Die 17 km lange Auffahrt verspricht landschaftliche Höhepunkte, die Steigung beträgt meist angenehme 7-8%. Auf der Paßhöhe in 2.105 m Seehöhe erblicken wir erstmals die schneebedeckte Marmolada. Nach knapp 100 HM und nur 1 km haben wir den Passo di Valparola (2.192 m) erreicht. Die folgende Abfahrt über 19 km zuerst durch eine Steinwüste und dann hinunter nach La Villa zählt ebenfalls zu den Highlights des heutigen Tages. Von Stern (La Villa) sind es nur mehr 5 km bis zum heutigen Etappenziel in Corvara (1520 m). Wir sind in einem komfortablen Hotel untergebracht und können uns am Abend in der Sauna oder im Dampfbad entspannen.

2. Tag: (ca. 70 km, ca. 1.400 HM)

Nach einem ausgedehnten Frühstück starten wir Richtung Grödner Joch. Gleich am Ortsende von Corvara beginnt die Steigung hinauf nach Kollfuschg . Vor uns erhebt sich eindrucksvoll die Sella-Gruppe. Nach 10 km Steigung (Durchschnitt 8-10 %) erreichen wir die Paßhöhe in knapp 2.200 m Seehöhe. Von hier haben wir bereits einen tollen Blick hinunter ins Grödnertal und auf die Langkofel-Gruppe. Es folgt eine kurze Abfahrt bis ca. 1.850 m , an der Gabelung biegen wir links ab hinauf Richtung Sellajoch (2.244 m). Nach einer 6 km langen Steigung (ca. 9 %) erreichen wir die Paßhöhe. Hier tummeln sich meist viele Urlauber, die auch die herrlichen Ausblicke am Joch genießen. Unmittelbar nach der Paßhöhe fällt die Straße steil ab nach Canazei. Und ein Blick auf die senkrechten Felstürme gleich oberhalb der Straße läßt uns Kletterer mitten in der Wand erkennen. Die rassige Abfahrt endet nach 12 km in Canazei (1.462 m), dem bekanntesten Ort des Fassa Tals. Nun geht es gemütlich das Fassa-Tal leicht abwärts ca. 25 km bis Predazzo (1.014 m). Auf den letzten 6 km des heutigen Tages überwinden wir nochmals 400 HM bis Bellamonte (1.400 m). In einem netten, familiär geführten Hotel beziehen wir nun Quartier für zwei Tage.

3. Tag: (ca. 120 km, ca. 2.900 HM)

Bellamonte liegt – wie der Name schon sagt – eingebettet zwischen herrlichen Bergketten und Pässen. Heute lernen wir einige davon kennen. Durch den Naturpark von Paneveggio fahren wir zunächst auf den Rolle-Paß in 1.980 m Seehöhe. Vor uns liegt – zum Greifen nahe – die Pale di San Martino-Gruppe. Die Abfahrt vom Rolle-Paß bis San Martino di Castrozza ist schlicht ein Gedicht. Insgesamt werden uns bis Tonadico 1.300 HM Abfahrt auf ca. 23 km geschenkt. Von Tonadico (722 m) steigt die Straße jedoch zeitweise sogar kurz bis 15 % an zum Passo di Cereda (1.369 m).Nach einer rasanten, aber engen Abfahrt folgt nochmals ein kurzer Anstieg auf die Forcola Aurine (1.300 m) um dann endgültig die 13 km lange Abfahrt nach Agordo zu genießen. Die nächsten 10 km verlaufen nur leicht ansteigend. Von Cencenghe aus geht’s wieder flott hinauf nach Falcade (1.300 m). Hier beginnt der eigentliche Anstieg zum Passo di Vallès (2.032 m), der es in sich hat. 9 km sind es noch bis hinauf zur Paßhöhe, mit kurzen Anstiegen bis 13 %. Wer nichts mehr in den Beinen hat, kann natürlich bequem im Bus nach oben mitfahren. Es folgt eine Abfahrt über 15 km bis in unser Hotel nach Bellamonte. Ein anstrengender, aber schöner Radtag geht zu Ende.

4. Tag: (115 km, 1.400 HM)

Es ist an der Zeit, Bellamonte wieder zu verlassen. Heute beginnen wir ausnahmsweise einmal mit einer schönen Abfahrt hinunter nach Predazzo, weiter hinaus nach Cavalese und dann in flotter Fahrt hinunter nach Ora (Auer). Nach 45 km haben wir bereits ca. 1.200 HM Abfahrt hinter uns. Wir verlassen die Dolomiten und wechseln auf die andere Seite der Etsch. Entlang der Süditroler Weinstraße fahren wir nun bis Kaltern und unternehmen einen kleinen Rundgang in dem wohl bekanntesten S-Tiroler Weinort. Eine Stärkung vor dem nächsten Paß ist auch anzuraten, denn die Auffahrt zum Mendelpaß weist auf 14 km ca. 1000 HM auf. Die Steigung beträgt zwischen 8 und 10 %. Entlang der Strecke bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf die Wein- und Obstgärten des Etschtales. Oben angekommen legen wir nochmals eine Rast ein. Die Abfahrt vom Mendelpaß nach Fondo erscheint fast flach gegenüber dem Anstieg von Kaltern aus. Weiter geht’s in angenehmer Fahrt bis kurz vor Cles, wir haben einen schönen Blick auf den Lago di S. Giustina, einem künstlichen Stausee. Vor Cles zweigen wir rechts ab ins Val di Sole und fahren stetig leicht bergan ca. 15 km bis Male und Dimaro (767 m). Hier haben wir unser heutiges Quartier.

5. Tag: (ca. 95 km, ca. 1.500 HM)

Von Dimaro aus erfolgt gleich nach dem Frühstück der schöne und nicht allzu schwierige 17 km lange Anstieg hinauf nach Madonna di Campiglio (1.522 m). Die ersten 400 HM beträgt die Steigung ca. 8-9 %, nach Folgarida folgt ein flacher Mittelteil, die letzten 2-3 km nimmt die Steigung wieder auf 7-8 % zu. Der Paß nennt sich eigentlich Passo Campo Carlo Magno, der Name findet jedoch kaum Verwendung. Madonna ist ein moderner Wintersportort, aber auch im Sommer ist der Ort mit Wanderurlaubern zum Teil belegt. Madonna liegt zwischen der Brenta- und der Bresanella- Gruppe und das Panorama ist beeindruckend. Die nun folgende Abfahrt nach Pinzolo über 15 km ist ebenfalls nicht zu verachten. Von Pinzolo geht’s in flotter Fahrt talauswärts bis Tione. Gleich nach Tione zweigen wir ab Richtung Passo Durone (1.150 m), der Paß trägt den Namen nicht zu unrecht. Die letzten 3 km erwarten uns ca. 10-12 % Steigung. Weiter fahren wir durch mehrere kleine Ortschaften in Richtung Lago di Tenno und Lago di Garda. Der Anblick des kleinen Lago di Tenno ist sehr malerisch. Nach kurzer Fahrt erreichen wir Tenno und haben erstmals den herrlichen Blick weit hinunter zum Lago di Garda. Auf der Abfahrt strömt uns bereits die warme Luft des Garda See entgegen. Wir genießen die letzten Kehren hinunter nach Arco und erreichen bald unser Hotel. Arco ist bekannt bei den Kletterern aber nicht minder bei den Bikern. Von hier aus führen unzählige Mountain-Bike-Trails auf den Monte Tremalzo und die umliegenden Berge.

6. Tag: (ca. 70 km, ca. 1.500 HM)

Für heute ist je nach Lust und Laune der Gruppe ein halber oder ein ganzer Badetag am Gardasee mit einem Besuch von Riva, der reizvollen Stadt am Nordufer des Lago di Garda geplant. Wir können aber auch noch eine gemütliche Radtour über die Monte-Baldo-Höhenstraße unternehmen. Eine Radtour direkt entlang des Sees ist nicht ratsam, da die Uferstraße sehr stark befahren ist. Am Abend lassen wir die Radtourenwoche gemütlich in unserem Hotel in Arco ausklingen.

7. Tag: Heimreisetag

Nach dem Frühstück packen wir und begeben uns auf die Heimreise. Über Trento fahren wir weiter nach Bozen und über Brenner – Innsbruck – Salzburg – Steyr nach Laussa.
Wir haben eine tolle Radtourenwoche erlebt und genießen während der Busfahrt im Gedanken die unzähligen schönen Augenblicke dieser Woche nochmals.