Radtourenwoche Provence für Rennradler

Die Provence, die den Südwesten des französischen Festlandes einnimmt, ist mit Naturschönheiten ebenso reich gesegnet wie mit Kunstdenkmälern. Sie gliedert sich in drei Landschaftsbereiche mit unterschiedlichem Charakter: Das untere Rhonetal, die Küste und das bergige Hinterland mit ihren vielen Plateaus und Schluchten.

Dabei denkt man aber auch unwillkürlich an eine mediterrane Pflanzenwelt, an blühende Lavendelfelder, an den Duft der Kräuter und an römische Theater, Aquädukte und Triumphbögen, aber auch an Flamingos und Pferde in der Camargue.

Was eignet sich besser als das Rennrad, um die Landschaften mit ihren eingebetteten Juwelen zu erkunden? Natürlich ist der Begleitbus stets zur Stelle und es können auch einmal ein paar Höhenmeter oder Kilometer bequem mit dem Bus bewältigt werden.

Wir befahren faszinierende Schluchten wie die Gorges de l’Ardeche und die Gorges de la Nesque. Wir bezwingen aber auch den „Berg der Berge“ – den Rannradklassiker Mont Ventoux – der mit über 1.900 m Höhe auch manchmal im Rahmen der Tour de France bezwungen wird. Am letzten Radtag fahren wir noch durch die phantastische Schlucht von Verdon.

In der Provence 5 x Nächtigung in einem 3-Stern Hotel auf Basis Halbpension südlich von Avignon in einem netten Hotel am Land mit schönem Schwimmbad und gutem Restaurant. Zwischenübernachtung bei der Anreise über die Schweiz am Genfersee. Bei der Rückreise über Italien Zwischen- übernachtung in Ovada, nördlich von Genua.

Die Eckdaten

Streckencharakteristik:
Flach bis bergig, kupiertes Gelände. Teilweise auch längere Anstiege durch Schluchten, aber auch tolle Abfahrten. Langer und anstrengender Anstieg auf den Mont Ventoux.

Streckenlänge: ca 550 km
Etappenlänge: ca. 60 km bis 125 km pro Tag
Höhenmeter: ca. 1.000 HM bis 2.000 HM pro Tag, Gesamthöhenmeter: ca. 8.400

Anforderung:
Sportliche Radfahrer/innen mit regelmäßigem Training, gute Kondition und Ausdauer werden vorausgesetzt. Diese Radtourenwoche ist für Rennradfahrer konzipiert. Es kann aber auch mit dem Mountain-Bike gefahren werden, wobei hier Slicks oder Semi-Slicks empfohlen werden.

Der Streckenüberblick

Anreisetag: Anfahrt von Laussa nach Thonon

Fahrt von Laussa bzw. Steyr über Linz nach Salzburg – Innsbruck – Arlberg – Bregenz – Zürich – Bern – Montreux – Thonon les Bains am Genfersee (ca. 920 km). Zwischen-Nächtigung in einem netten Hotel.

1. Radtag: Durch die Gorges de l’Ardeche. (ca. 110 km, ca. 1.500 HM)

Von Thonon aus fahren wir weiter in Richtung Provence nach Bourg-Saint-Andéol. Hier im Rhone-Tal laden wir unsere Räder aus und es erfolgt der Einstieg in die 1. Radetappe. Wir fahren hinauf auf das Plateau des Gras nach Saint-Remèze. Hier erwartet uns bereits ein typisch provencalisches Dorf. Unweit davon passieren wir ein interessantes Lavendel-Museum. Es dürfen bereits die Fotoapparate gezückt werden, um die herrlichen Lavendel-Felder zu fotografieren. Von Saint-Remèze steigt die Straße noch einige Kilometer gemächlich an, dann führt eine schöne und lange Abfahrt hinunter nach Vallon Pont-d’Arc, eine kleine mittelalerliche Stadt, am Eingang zur Gorges de l’Ardeche. Hier trifft man jede Menge Kanu-Fahrer, die mit ihren Booten durch die Schlucht paddeln. Wir genießen die eindrucksvolle Fahrt jedoch mit dem Rennrad und erblicken bald Pont d’Arc, einen riesigen Felsenbogen, durch den sich die Ardeche schlängelt. Weiter geht es für einige Kilometer steil bergauf bis zum oberen Rand der Schlucht. Herrliche Einblicke überwältigen uns. Im Auf und Ab geht es noch ca. 30 km durch die Schlucht bis Saint Martin d’Ardeche erreichen. Bei einer gemütlichen Rast erzählen wir uns nochmals gegenseitig die imposanten Eindrücke der letzten Kilometer. Anschließend fahren wir noch durch eine liebliche Landschaft bis Montclus hinauf, um dann in leichter Abfahrt bis Bagnols zu fahren. Hier verladen wir unsere Räder und fahren in unser Quartier für die nächsten 5 Tage nach Boulbon.

Höhenprofil 1. Radtag

2. Radtag: Durch die Chaine des Alpilles und nach Pont du Gard. (ca. 125 km, ca. 1.100 HM)

Heute fahren wir vom Quartier weg mit den Rädern über das Kloster St. Michel nach Graveson und weiter Richtung Les Baux in die Alpillen hinauf. Schon bald erblicken wir Les Baux, ein mittelalterliches Städtchen mitten in den Felsen der Alpilles. Ein sensationeller Anblick des alten Städtchens, der uns wohl ein Leben lang in Erinnerung bleibt. Überhaupt ist die gesamte Chaine des Alpilles ein landschaftliches Kleinod und wir genießen die Radtour durch die eindrucksvolle Landschaft über die Hügel und kleinen Berge. Nach einer kurzen Besichtigung von Les Baux fahren wir weiter nach Saint Rémy und über eine mehrere Kilometer lange Platanien-Allee fahren wir nochmals über diese reizvolle Hügelkette. Über Maussane erreichen wir bald in flotter Fahrt Tarascon. Hier machen wir unsere Mittagsrast, um für den Nachmittag noch gerüstet zu sein. Wir überqueren die Rhone und fahren im flachen Gelände nach Remoulins, nur ein paar Kilometer weiter erreichen wir die berühmte „Pont du Gard“ – ein eindrucksvolles mehrstöckiges Aquädukt aus der Römerzeit. Nach einem erfrischenden Bad in der Gard machen wir uns auf den Heimweg. Unser Hotel erreichen wir nach wunderschöner Fahrt und nach ca. 20 km.

Höhenprofil 2. Radtag

3. Radtag: Plateau de Vaucluse und Avignon (ca. 70 km, ca. 1.100 HM)

Der Bus bringt uns heute nach Rustrel, wo wir im Colorado de Rustrel eine kurze Wanderung durch die farbenprächtigen Ockerbrüche machen können. Anschließend geht es mit den Rädern durch hügeliges Gelände über Villars und Gargas nach Roussillon, dann weiter über Gordes und das Kloster Senanque auf den Höhenrücken zum Le Trois Termes mit einer anschließenden rasanten Abfahrt über Venasque und St. Didiers nach Pernes. Anschließend Rückfahrt mit dem Bus und Besichtigung von Avignon, der wunderschönen Papst-Stadt. Anschließend Weiterfahrt ins Hotel.

Höhenprofil 3. Radtag

4. Radtag: Mont Ventoux - "Der Berg der Berge" (ca. 70 km, ca. 2.000 HM)

Wir fahren mit dem Bus bis zum Fuße des Mont Ventoux. Von Mormoiron aus starten wir unsere Etappe auf bzw. um den Mont Ventoux. Er zählt zweifellos zu den Klassikern unter den Rennradfreaks. Auch bei der Tour de France wurde der Mont Ventoux schon oft bezwungen. Grundsätzlich bestehen 3 Auffahrtsmöglichkeiten, von Bédoin, von Malaucène oder von Sault. Wir entscheiden uns für die Auffahrt über Bédoin, das wir bereits nach wenigen Kilometern erreichen. Das Bild ist hier schon geprägt von den zahlreichen Radrennfahrern. Der Anstieg führt über ca. 22 km von 300 m auf über 1.900 m Seehöhe, wir überwinden dabei ca. 1.600 HM. Die Auffahrt verläuft anfangs relativ gemächlich durch Weinberge, den kahlen Gipfel hat man stets vor Augen. Nach ca. 6 km nimmt die Steigung zu und durch den Wald geht es nun Kurve um Kurve ca. 10 km bergauf mit ca. 10 % bis zum Chalet Reynard auf ca. 1.400 Meter. Hier kann man schon mal eine kleine Pause einlegen, wenn man den Berg nicht am Stück bezwingen möchte. Es folgen nämlich noch 6 harte Kilometer über kahle Hänge hinauf bis zum Gipfel bzw. bis zur weithin sichtbaren Sendeanlage auf 1.909 m. Hier oben ist oft starker Wind anzutreffen, wie schon der Name des Berges sagt. Die Abfahrt geht in rasender Fahrt und meist breiter Straße über 20 km nach Malaucène hinunter. Hier genießen wir nochmals das herrliche Ambiente dieser Kleinstadt bei einem Glas Bier. Von Malaucène geht es in wunderschöner Fahrt über kupiertes Gelände wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt nach Mormoiron. Rückfahrt mit dem Bus ins Hotel.

Höhenprofil 4. Radtag

5. Radtag: Durch die Gorges de la Nesque (ca. 60 km, ca. 1.200 HM)

Der Bus bringt uns heute wieder nach Mormoiron, wo wir auf die Ausläufer des Mont Ventoux treffen und auf einer Bergstraße mit herrlichen Ausblicken in Richtung Mont Ventoux. Nach ca. 12 km Anstieg erreichen wir ein Plateau und in flotter Fahrt brausen wir hinunter nach Salt. Weiter gehts über den reizvollen Ort Monieux – wo wir eine Mittagsrast einlegen – zur Gorges de la Nesque hinauf. Von hier oben genießen wir einen herrlichen Blick über die Schlucht. Es folgt eine gemütliche Abfahrt über ca. 30 km nach Villes zur Auzon und weiter zu unserem Ausgangspunkt nach Mormoiron. Rückfahrt mit dem Bus ins Hotel.

Höhenprofil 5. Radtag

6. Radtag: Die Schlucht von Verdon (ca. 60 km, ca. 1.500 HM)

Für den letzten Radtag haben wir noch ein besonderes Zuckerl im Köcher. Wir befahren die einzigartige und riesige Schlucht von Verdon. Sie kann als das Pendant zum Grand Canyon in den USA bezeichnet werden. Wir verlassen unser Quartier der letzten 5 Tage und fahren über Aix-en-Provence in Richtung Gand Canon du Verdon. Kurz vor Moustiers-Sainte Marie steigen wir auf unsere Renner. In eindrucksvoller Fahrt geht es zuerst hinunter zum Lac de St. Croix – einem riesigen Stausee. Von hier haben wir einen Einblick in den Auslauf der Schlucht. Es tumeln sich eine Unmenge von Booten am Eingang zur Schlucht. Wir aber fahren in unzähligen Kurven und Kehren hinauf auf den oberen Rand der Schlucht und genießen dabei immer wieder einzigartige Aus- und Einblicke in die Tiefen der Schlucht von Verdon. Über Aiguines klettern wir auf über 1.200 m mit unseren Rädern hinauf, um dann in kilometerlanger Abfahrt wieder in die Tiefen der Schlucht zu fahren. Dieses Auf und Ab ist nicht zu unterschätzen und die Strecke bis Comps-sur-Artuby ist noch ganz schön anstrengend. Nach ca.60 km haben wir uns hier eine ordentliche Rast in diesem lieblichen, provencalischen Ort verdient. Anschließend verstauen wir unsere Räder. Mit dem Bus geht es heute noch weiter Richtung Nizza und wir fahren entlang der Cote d’Azur bzw. entlang der italienischen Riviera bis in den Raum Genua/Ovada.

Höhenprofil 6. Radtag

Heimreisetag: Heimfahrt von Ovada nach Laussa

Von Ovada starten wir frühmorgens in Richtung Cremona, Brecia bis nach Verona. Weiter geht es über Trento und Bozen Richtung Brenner. Weiter nach Innsbruck – Rosenheim – Salzburg – Linz – Steyr nach Laussa (ca. 900 km Bus) Eine wunderschöne Radtourenwoche geht zu Ende und wir lassen bei der Heimfahrt nochmals die schönen und erlebnisreichen Tage Revue passieren. Ankunft ca. 19 bis 20 Uhr.