Radtourenwoche in den Pyrenäen

Auf den Spuren von Armstrong und Indurain mit dem Rennrad über die Pyrenäen. Wer träumt nicht davon, einmal über die bekannten Tourpässe wie Tourmalet, Col d’Aubisque, Col d’Agnes etc. zu fahren?

Wir starten nahe der Atlantikküste und durchqueren die Pyrenäen von West nach Ost, wobei wir auch mehrmals im spanischen Teil des Gebirgszuges unterwegs sind.

Diese Radtourenwoche stellt hohe Anforderungen an die Kondition und Ausdauer der Radfahrer. Auch wenn die absolute Höhe der meisten Pässe nicht überwältigend ist, sind meist viele Höhenmeter zurückzulegen, da die Anstiege oft schon zwischen 200 m und 300 m Seehöhe beginnen. Bis in hohe Lagen hinauf begleiten uns grüne Wiesen und Weiden und auf den Passhöhen treffen wir oft jede Menge Pferde und Schafe an. Erst ab einer Höhe von ca. 2.000 m wird die Landschaft „hochalpin“. Die Straßen sind oft schmal, aber gut befahrbar. Manchmal sind auch längere Anfahrten bis zu den Pässen mit dem Rad zu bewältigen. In 7 Radetappen bewältigen wir ca. 850 Kilometer und ca. 16.500 Höhenmeter.

Die Eckdaten

Streckencharakteristik:
Sehr Anspruchsvoll, Befahrung von Paßstraßen, wobei die Steigungen meist länger als in den österr. Alpen sind, und die Anstiege können auch manchmal giftig sein. Wir befahren oft kleinere, verkehrsarme Straßen. Manchmal längere Anfahrten von den Etappenorten bis zu den Pässen.

Die stärkste Radtourenwoche in unserem Programm.

Streckenlänge: ca 850 km
Etappenlänge: ca. 100 bis 150 km mit 1 bis 4 Passstraßen pro Tag
Höhenmeter: Gesamthöhenmeter ca. 2.000 bis 2.600 pro Tag ca. 16.500

Anforderung:
sportliche Radfahrer/innen mit regelmäßigem Training, gute Kondition und Ausdauer werden vorausgesetzt. Für die Strecke ist das Rennrad am besten geeignet. Es kann aber auch mit dem Mountain-Bike gefahren werden, wobei hier Slicks oder Semi-Slicks empfohlen werden.

Der Streckenüberblick

1. Anreisetag: Fahrt von Laussa nach Thonon-Les-Bains

Fahrt von Laussa bzw. Steyr über Salzburg – Innsbruck – Arlberg – Zürich – Bern – Montreux – nach Thonon-Les-Bains, am Süd-Ufer des Genfer See. Ankunft ca 18 Uhr bis 19 Uhr Abend. Abendessen in einem netten Hotel und Nächtigung.

2. Anreisetag: Weiterfahrt am frühen Morgen über Genf quer durch ganz Frankreich bis Bordeaux

Weiterfahrt am frühen Morgen über Genf – Lyon – Clermont Ferrand quer durch ganz Frankreich bis Bordeaux. Nun geht es südwärts nach Biarritz. Und schon bald erkennen wir in der Ferne die Ausläufer der Pyrenäen. Am späten Nachmittag erreichen wir dann den Ausgangspunkt für unsere erste Radetappe – St. Pée sur Nivelle. Der Ort liegt nur wenige Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Nach der langen Anreise genießen wir am Abend ein exzellentes katalanisches Essen und freuen uns schon auf die kommenden Tage in den Pyrenäen.

1. Radtag: Von St. Pée über die ersten Anstiege der Pyrenäen nach Tardets-Sorholus (ca. 125 km, ca. 2.500 HM)

Wir starten von St. Pèe aus und fahren vorerst durch das grüne französische Baskenland. Bereits nach wenigen Kilometern überqueren wir die spanische Grenze und erreichen nach knapp 25 km den Puerto de Otxondo (602 m), der erste Pass zum Aufwärmen. Die Abfahrt führt uns ca. 10 km ins Landesinnere, doch schon biegen wir ab und fahren die Kehren hinauf zur 2. Passhöhe des Tages – den Col d’Ispéguy (672 m). Oben angelangt fahren wir wieder über die Grenze nach Frankreich zurück. Bei der Abfahrt erblicken wir eine viele Bartgeier, die uns hier in den Pyrenäen noch öfter begleiten werden. Obwohl der Pass nur knapp auf 700 m Seehöhe liegt, tut sich bereits eine mächtige Gebirgslandschaft vor uns auf. Wir passieren St-Etienne, weiter geht’s nach St. Jean und bald beginnt die Auffahrt auf den  schwierigsten Pass der heutigen Etappe – der Col de Burdincurutcheta (1.135 m). Nach 2 Steilpassagen und einem flacheren Anstieg im Mittelteil erreichen wir die Passhöhe. Nach einer Abfahrt über mehrere Kilometer folgt nochmals ein moderater Anstieg auf den Col Bagargui (1.327 m). Für die erste Etappe war der Tag bisher schon ganz schön heftig. Nun folgt jedoch eine lange Abfahrt – vorerst nach Larrau – mit leichtem Gegenanstieg. Von Larrau geht’s aber dann in flotter Fahrt talabwärts bis kurz vor Tardets-Sorholus, unserem Etappenziel für heute bzw. unserem Quartier für die nächsten 2 Tage.

Höhenprofil 1. Radtag

2. Radtag: Über den Port de Laurrau und den Col de la Pierre St-Martin (ca. 120 km ca. 2.500 HM)

Auch am heutigen Tag heißt es wieder „warm anziehen“ – vier zum Teil schwere Pässe – stehen auf dem Etappenplan für heute. Vom Hotel aus fahren wir durch reizvolle Landschaft talaufwärts wieder nach Larrau. Bereits einige Kilometer vorher beginnt der 11 km lange und steile Anstieg auf den Col d’Erroymendi (1.362 m). Wir genießen von hier den herrlichen Ausblick auf die umliegenden Gipfel – sie sind bereits knapp 2.000 m hoch – und erblicken auch schon den Port de Larrau (1.573) – unsere nächste Bergankunft. Aber bis dorthin sind es nur mehr 5 km. Auf der Passhöhe überqueren wir wieder die Grenze nach Spanien und auf schöner, breiter Straße rauschen wir hinunter in Richtung Pamplona. Nach 11 km Abfahrt biegen wir links ab in Richtung Isaba. Ein kleiner Pass – der Portillo de Lazar (1.129 m) – wird in angenehmer Auffahrt bezwungen. Es folgt eine ca. 10 km lange „flache“ Abfahrt nach Isaba – hier werden wir einmal ausgiebig rasten. Anschließend fahren wir durch ein schönes Tal ca. 12 km taleinwärts, bevor der lange Anstieg zum Col de la Pierre St-Martin (1.760 m) beginnt. Die umliegenden Berge erreichen hier schon bis zu 2.500 m und errinnern an die Alpen. Von oben genießen wir nochmals herrlich zurück ins Tal. Und vor uns erheben sich mächtige Felsrücken. Nach ca. 20 Kilometer Auffahrt erreichen wir die Passhöhe. Kurz hinter der Passhöhe befindet sich eine Schistation, die im Sommer allerdings kaum besucht wird. Wir überfahren wieder die Grenze nach Frankreich und nehmen die ca. 27 km lange Abfahrt nach Arette in Angriff. Hier unten im Tal erblicken wir die ersten Palmen und Bananenstauden, ein starker Gegensatz zum kalten Klima auf den Pässen. Von hier sind es nur mehr wenige Kilometer zurück in unser Hotel.

Höhenprofil 2. Radtag

3. Radtag: Über den Col de Marie-Blanque und den Col d’Aubisque nach Lourdes (ca. 120 km, ca. 2.300 HM

Auch heute steht wieder ein tolles Programm auf unserem Tourenplan. Allerdings ist auch heute keine „Marscherleichterung“ in Sicht. Die Etappe ist wieder anspruchsvoll und führt über 3 Pässe zum weltbekannten Wallfahrtsort Lourdes. Von Tardets-Sorholus aus geht es in gemächlicher Fahrt vorerst nach Arette und weiter nach Ascot. Hier beginnt der Anstieg zum Col de Marie-Blanque (1.035 m), wobei wir über 700 HM überwinden und die letzten Kilometer hinauf zur Passhöhe mit ca. 13 % Steigung sehr giftig sind. Kurz nach der Passhöhe überqueren wir ein landschaftlich reizvolles Hochplateau bevor es wieder ins Tal runtergeht. Von Laruns aus beginnt dann der wunderschöne – 18 km lange –  Anstieg auf den Col d’Aubisque (1.709 m), der wohl einer der bekanntesten Pyrenäen-Pässe ist und auch oft im Rahmen der Tour de France befahren wird. Auf der Passhöhe begrüßen uns viele Pferde, die es auf unsere Bananen abgesehen haben. Nach einer reizvollen Abfahrt, zwischen Felswänden und durch einen Tunnel folgt nochmals ein kleiner Anstieg hinauf zum Col du Soulor (1.474 m). Doch nun haben wir die Höhenmeter für heute geschaftt und in flotter Abfahrts fahren wir ca. 35 km hinunter bis Lourdes, unserem Etappenort für die nächsten zwei Tage. Hier treffen wir auf Tausende von Pilgern aus aller Welt, die alle die Grotte von Lourdes bestaunen möchten. Auch unzählige Hotels sind hier anzutreffen. Wir entspannen uns ein wenig und besichtigen am Abend die Stadt.

Höhenprofil 3. Radtag

4. Radtag: Die Königsetappe über den Col de Tourmalet (ca. 105 km, ca. 2.000 HM)

Heute bwzwingen wir den Tourmalet. Er ist wohl der bekannteste Pyrenäen-Pass und mit 2.115 m auch der höchste Pass unserer Radtourenwoche. Von Lourdes aus fahren wir zunächst auf einem schönen Radweg in flotter Fahrt entlang des Flusses bis Argelès Gazost. Kurz danach fahren wir durch eine schöne Schlucht aufwärts nach Luz-St-Sauveur, dem Ausgangspunkt für den Anstieg zum Tourmalet. Hier beginnt der 18 km lange Anstieg auf den Col de Tourmalet (2.115 m). Die Steigung beträgt vorerst nur 7-9 % auf den ersten 7 km nach Barèges hinauf. Vorbei an einem Schigebiet klettern wir Kilometer um Kilometer höher. Wobei auch hier die Steigung kaum mehr als 10 % beträgt. Die reizvolle Landschaft und unzählige Bartgeier begleiten uns bis zum. Col, den wir schon von weit unter erblicken. Auf der Passhöhe genießen wir die traumhafte Landschaft und die schönen Ausblicke, obwohl hier natürlich einiges los ist, da alle Urlauber hier Halt machen. Der Tourmalet ist oft das Highlight der Pyrenäenpässe im Rahmen der Tour de France. Und auch wir freuen uns, diesen herrlichen Pass bezwungen zu haben. Bei der Abfahrt erblicken wir den Pic de Midi, der mit knapp 2.900 m weithin sichtbar ist und der mit einer Seilbahn erschlossen ist. Bei der Abfahrt fahren wir auch an einem großen Schigebiet vorbei und der Ort erinnert an die Retorten-Schiorte in den Alpen. In schneller Fahrt erreichen wir Bagnères und bald danach biegen wir links ab und fahren über kleine, unbefahrene Nebenstraßen und über en paar größere Anhöhen nach Lourdes zurück. Am späten Nachmittag haben wir noch Zeit, um die Grotte und die Basilika von Lourdes zu besichtigen.

Höhenprofil 4. Radtag

5. Radtag: Über den Col d’Aspin und den Col de Peyresourde nach St-Girons (ca. 150 km, ca. 2.600 HM)

Heute fahren wir mit dem Bus von Lourdes bis zum Ausgangspunkt unserer heutigen Etappe nach Ste-Marie. Von hier beginnt der 13 km lange Anstieg auf den Col d’Aspin (1.489 m). Der Pass ist angenehm zu fahren und schon nach knapp einer Stunde haben wir die Passhöhe erreicht. Die Auffahrt ist landschaftlich sehr reizvoll und mit 7-9 % nur mäßig steil. Die Abfahrt führt uns hinunter nach Arreau. Bald hinter Arreau beginnt der ca. 10 km lange Anstieg auf den Col de Peyresourde (1.570 m) hinauf. Es folgt die Abfahrt nach Bagnères hinunter. Es folgt einer Flachpassage mit fast 20 Kilometer bevor wir den Col de Ares (800 m) hinauf fahren. Auf enger Straße geht es weiter und der letzte Pass für heute – Col de Portet d’Aspet (1.070 m) wird auch noch bezwungen. Nun ist es nach St-Girons – unserem heutigen Etappenort – nicht mehr weit.

Höhenprofil 5. Radtag

6. Radtag: Über den Col d’Agnes und den Col de Port (ca. 135 km, ca. 2.230 HM)

Von St. Girons aus fahren wir vorerst einmal südlich durch die Gorges de Ribaouto und weiter bis nach Oust und Alus. Bis hierher ist die Strecke landschaftlich sehr schön und steigt nur leicht an. In Aulus beginnt der 10 km lange Anstieg auf den landschaftlich sehr reizvollen Col d’Agnes (1.570 m). Der Anstieg ist zwischen 8 % und 10 % steil, die Auffahrt ist herrlich. Auf der Passhöhe haben wir uns eine Pause verdient. Es folgt eine schöne Abfahrt an einem kleinen See vorbeiund schon bald steigt die Straße wieder an und führt zum Port de Lers (1.517 m) hinauf. Abfahrt nach Auzat und talauswärts bis Tarascon auf schöner Straße. Kurz nach Tarascon biegen wir links ab und fahren in Richtung Col du Port (1.250 m). Die Auffahrt ist gemächlich und nur mäßig steil. Auf der Passhöhe können wir uns im gemütlichen Gastgarten nochmals stärken. Es folgt eine kurvige Abfahrt nach Massat, das Gefälle beträgt jedoch nur wenige Prozent. Von Massat führt eine schöne Schlucht wieder zurück zum Ausgangspunkt nach St. Girons.

Höhenprofil 6. Radtag

7. Radtag: Über den Col de Pailhères und den Col de Jau nach Prades (ca. 100 km, ca. 2.350 HM)

Heute ist unsere letzte Radetappe am Programm und am Abend werden wir die Pyrenäen von West nach Ost fast zur Gänze durchquert haben. Wir fahren heute mit dem Bus bis nach Ax-les-Thermes, hier erfolgt der Einstieg in die letzte Etappe. Der Anstieg beginnt unmittelbar im Ort und führt über eine Schistation auf den zweithöchsten Pass unserer Radtour, dem Col de Pailhères (2.000 m). Nach knapp 20 km Anstieg erreichen wir die Passhöhe. Der Anstieg ist mit 7-10 % nicht allzu steil, aber doch relativ lang. Auf der Passhöhe erwarten uns wieder jede Menge Pferde und Schafe. Die anschließende Abfahrt führt in engen Kehren hinunter bis zur Gorges de L’Aude. Wir fahren talauswärts bis Axat und machen hier eine Mittagspause. Anschließend folgt der letzte Anstieg dieser Tour, der wiederum fast 20 km hinaufführt auf den Col de Jau (1.506 m). Die Auffahrt ist eng und führt durch ein paar kleine Dörfer. Wir fahren meist durch Wald hinauf bis zur Passhöhe. Jenseits der Passhöhe ändert sich die Vegetation rasch und nimmt bald mediterranen Charakter an. Wir fahren hinunter bis Molitg-les-Bains und weiter nach Prades, unserem heutigen Etappenziel. Bei einem guten Essen und bei ein paar Gläser Wein lassen wir diese einmalige Radtourenwoche ausklingen und schwelgen nochmals gemeinsam über die tollen Eindrücke der letzten Tage.

Höhenprofil 7. Radtag

1. Heimreisetag: Heimreise 1. Teil bis nach Ovada

Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Heimat. Vorerst fahren wir nach Perpignan und wir lassen die Pyrenäen bald hinter uns. Entlang der schönen Küste geht es weiter über Nimes, Marseille und Nizza entlang der französischen Rivera. Bald erreichen wir die italienische Riviera und fahren über Genua bis nach Ovada – unser Zwischenstopp bei der Heimreise.

2. Heimreisetag: Von Ovada bis Laussa

Über Piacenza – Cremona – Brecsia und Verona fahren wir in Richtung Brenner. Über Bozen – Innsbruck – Rosenheim – Salzburg – Steyr erreichen wir am Abend Laussa. Eine unvergessliche Radtourenwoche geht zu Ende. Aber wir sind sicher, bald wieder eine ähnlich tolle Radtourenwoche zu unternehmen.