Radtourenwoche in den französischen Alpen

Bei dieser Radtourenwoche wählen wir 2 markante Orte in den französischen Alpen als Ausgangspunkt für unsere Radtouren.

Die ersten 3 Tage verbringen wir im nördlichen Bereich, in St. Jean de Maurienne. Dieser Ort liegt zwischen dem Parc National de la Vanoise und dem Parc National des Ecrins. Die Tourenmöglichkeiten sind vielfältig. Vom Col de la Màdeleine bis zum Col de L’Iseran (Südseite) und dem Col de la Croix de Fer bieten sich herrliche Pässe für unsere Radtouren an. Die zweite Wochenhälfte nächtigen wir in Barcelonnette, dieser Ort zählt bereits zur Haute-Provence. Auch von Barcelonnette aus bieten sich unzählige Tourenmöglichkeiten. Der Col de la Bonette, der Col de la Cayolle oder der Col d’Allos warten nur darauf, von uns per Rad erklommen zu werden.

Die Eckdaten

Streckencharakteristik:
Anspruchsvoll, Befahrung von Paßstraßen, wobei die Steigungen meist länger als in den österr. Alpen sind, aber dafür im Durchschnitt nur 8-10 % steil sind. Nach Möglichkeit befahren wir kleinere, verkehrsarme Straßen.

Streckenlänge: ca 500 km
Etappenlänge: ca. 60 bis 100 km mit 1 bis 2 Paßstraßen pro Tag
Höhenmeter: ca. 1.400 bis 2.700 pro Tag
Gesamthöhenmeter: ca. 11.000

Anforderung:
sportliche Radfahrer/innen mit regelmäßigem Training, gute Kondition und Ausdauer werden vorausgesetzt

Der Streckenüberblick

Anreisetag: Fahrt von Laussa bzw. Steyr über Salzburg - Brenner - Milano - Modane - St. Jean de Maurienne

Fahrt von Laussa bzw. Steyr über Salzburg – Innsbruck – Brenner- Verona – Milano – Torino – Modane – St. Jean de Maurienne. Wir werden um ca. 19 Uhr bis 20 Uhr ankommen. Unser Hotel ist modern aber einfach ausgestattet.

1. Radtag: Croix de Fer - Col du Glandon (ca. 70 km, ca. 1.600 HM)

Am ersten Radtag werden wir 2 schöne Pässe in unmittelbarer Umgebung von St. Jean de Maurienne bezwingen. Gleich hinter dem Ort zieht sich der Bergrücken hinauf und die Straße legt sich eng an den Bergrücken. Nach einer kurzen Abfahrt geht es erneut mit ca. 10 % bergauf bevor sich das dahinter liegende Tal öffnet. Vorbei am kleinen Wintersportort St. Jean d’Arves geht es dann über eine steile Bergflanke in engen Kehren hinauf zur Paßhöhe des Col de la Croix de Fer auf 2.068 m . Nach 1.400 HM und 30 Kilometer haben wir den ersten Paß bezwungen. Nach einer kurzen Abfahrt erreichen wir den Col du Glandon. (1.924 m). Es folgt eine schöne Abfahrt vorerst über enge Kehren und dann flott talauswärts bis Saint Marie de Cuines. Von hier sind es nur mehr 10 km zurück in unser Hotel.

Höhenprofil 1. Radtag

2. Radtag: Col de La Madeleine - Montvernier (ca. 70 km, ca. 1.800 HM)

Für den heutigen Tag haben wir uns den Col de La Madeleine vorgenommen. Nach 10 km Fahrt in nordwestlicher Richtung erreichen wir La Chambre, hier verlassen wir das Tal und wenden uns Richtung Norden. Wir sehen bereits hoch oben den Einschnitt der dann weiter zur Paßhöhe führt. Die Straße windet sich bald ziemlich steil nach oben und wir gewinnen rasch an Höhe. Nach 14 km anstrengender Auffahrt erreichen wir den Wintersportort St. Francois-Longchamp. Den stärksten Teil der Strecke haben wir jetzt hinter uns. Wir erreichen die Baumgrenze und das Hochtal weitet sich. Die letzten 5 km liegen vor uns, die Straße ist nur mehr 7-8 % steil und am Ende werden wir auf der Paßhöhe (1.993 m) mit einer herrlichen Aussicht auf das Massiv de la Vanoise belohnt. Retour geht es nun auf der selben Strecke in genussreicher Abfahrt hinunter bis nach La Chambre und weiter nach Pontamafrey. Dort biegen wir links ab Richtung Montvernier. Hier geht es noch einmal 300 hm zusätzlich auf einer spektakulären Serpentinenstraße hinauf. Es folgen nämlich auf 3km unglaubliche 17 Serpentinen, diese engen in den Fels hineingeschlagenen Serpentinen sind ein absolutes Highlight am heutigen Tag. Nun fahren wir am Hang entlang in Richtung St. Jean de Maurienne.

Höhenprofil 2. Radtag

3. Radtag: Col du Glandon - Alpe d´Huez (ca. 95 km, ca. 2.700 HM)

Für heute steht ein besonderes Gustostückerl auf dem Menüzettel. Wir packen gleich die Koffer und machen uns Richtung Alpe d’Huez auf den Weg. Nach einer kurzen flachen Strecke erfolgt bald der Anstieg zum Col du Glandon (1.924 m) , den wir vor 2 Tagen talauswärts befahren haben. Auf einer Strecke von 22 km erklimmen wir 1400 HM bis zur Paßhöhe. Nun geht es abwärts durch enges Gelände an einem Stausee vorbei und weiter hinab Richtung Le Bourg-d’Oisans, dem Ausgangspunkt für den Anstieg nach Alpe d’Huez. Die 14 km lange und 1.100 Hm Auffahrt nach Alpe d’Huez ist oft das Herzstück der Tour de France und es ist auch für uns ein tolles Gefühl, zwischen den Anfeuerungsparolen auf der Straße hochzufahren. Die ersten km der Auffahrt haben bis zu 12 % Steigung und verlangen von uns einiges ab. Anschließend legt sich die Steigung zurück auf 7-8 % und wir können bald den Wintersportort hoch oben erkennen. Geschafft aber glücklich erreichen wir Alpe d’Huez auf 1.800 m Seehöhe. Wir genießen die Abfahrt zurück ins Tal, die breit ausgebaute Straße läßt uns fast ohne bremsen ins Tal sausen. Wir steigen nun auf den Bus um und fahren weiter zu unserem nächsten Etappenort nach Barcelonnette. Der Weg führt über den Col de Lautaret nach Briancon und weiter nach Embrun und nach Barcelonnette, einer lieblichen französischen Kleinstadt, die schon zur Haute-Provence gehört. Das Hotel für die nächsten 3 Tage strahlt einen besonderen Reiz aus.

Höhenprofil 3. Radtag

4. Radtag: Col d´Allos (ca. 75 km, ca. 1.900 HM)

Der heutige Tag führt uns auf einen kleinen, aber sehr reizvollen Paß, den Col d’Allos (2.240 m). Bereits kurz nach Barcelonnette beginnt eine Steigung mit durchschnittlich 10 % und bald befinden wir uns hoch über der Gorge du Bachelard. Die Straße windet sich in teilweise engen Kehren hinauf und nach 20 km erreichen wir die Paßhöhe. Unweit der Paßhöhe verführt eine nette Hütte zum Einkehren. Wer noch Lust hat, kann auch die steile Südseite des Passes hinunter fahren bis Allos auf ca. 1.425 m Seehöhe. Der Rückweg hinauf beträgt jedoch wieder satte 16 km und 800 HM. Die Abfahrt retour nach Barcelonnette unternehmen wir vorsichtig, da die Straße sehr schmal ist, dafür sind wir beinahe die einzigen Verkehrsteilnehmer.

Höhenprofil 4. Radtag

5. Radtag: Col de la Bonette (ca. 65 km, ca. 1.700 HM)

Erstmals mit dem Rad über 2.800 m Seehöhe, das ist heute unser Ziel. Der Col de la Bonette ist mit 2.802 m der höchste befahrbare Alpenpaß und wir werden uns an den kahlen, aber beeindruckenden Berghängen emporkämpfen. Im Jahr 1999 haben wir hier eine unvergeßliche Stimmung während der Sonnenfinsternis erlebt. Von Barcelonnette fahren wir zunächst 8 km retour nach Jausiers. Hier beginnt der 24 km lange Anstieg hinauf auf den Col de Restefond (2.678 m) und weiter auf den Col de la Bonette (Cime de la Bonette, 2.802 m). Nach ca. 10 km haben wir die Baumgrenze erreicht und wir klettern mit unseren Bikes empor durch die kahle, aber reizvolle Landschaft, vorbei an Schafherden. Man würde kaum vermuten, daß wir schon nahe 3000 m sind, da die umliegenden Gipfel auch kaum höher emporragen. Auf der Paßhöhe angekommen erklimmen wir zu Fuß die letzten 50 Höhenmeter und genießen eine herrliche Rundumsicht fast bis ans Mittelmeer. die Abfahrt zurück nach Jausiers ist wunderbar. Am Abend genießen wir noch bei mildem Klima ein typisch französisches Essen am lieblichen Hauptplatz mit musikalischer Untermalung.

Höhenprofil 5. Radtag

6. Radtag: Col de la Cayolle (ca. 100 km , ca. 1.400 HM)

Für heute ist unsere letzte Radetappe geplant. Wir nähern uns bereits mediterranem Terrain. Wir befahren heute eine besonders interessante Strecke über den Col de la Cayolle (2.327 m). Von Barcelonnette aus erreichen wir bald die beeindruckende Gorges du Bachelard. Durch die Schlucht geht es mäßig aufwärts durch den Parc National du Mercantour und nach ca. 30 km haben wir die Paßhöhe erreicht und 1.200 HM hinter uns. Die Straße hinauf zum Paß ist eng und beinahe ohne Verkehr. Oben angekommen, haben wir mindestens 2000 HM Abfahrt vor uns, ein Genuß, den wir uns nicht entgehen lassen. Nach einigen Kilometern ziemlich steiler Abfahrt bläst uns bereits die warme Luft des Mittelmeeres ins Gesicht und wir entledigen uns der Windbluse. Es geht nun flott bergab bis Guillaumes. Von hier aus fahren wir 20 km durch die herrliche Gorges du Daluis. Eigenartige Fels- und Farbformationen wechseln einander ab. Durch mehrere kleine Tunnels erreichen wir schließlich Entrevaux. Nun öffnet sich das Tal und es geht nur mehr mäßig talauswärts. Nizza und die Cote d’Azur rücken in greifbare Nähe. Und bereits einige Kilometer vor Nizza steigen wir in den Bus, da nun das Verkehrsaufkommen entsprechend stark ist. Wir fahren mit dem Bus noch eine größere Strecke entlang der herrlichen Cote d’Azur, vorbei an Monaco, Menton nach San Remo und von der Autobahn haben wir einen herrlichen Blick auf’s Meer und auf die lieblichen Städte entlang der italienischen Riviera. Kurz vor Genua biegen wir nach Norden und in Ovada erreichen wir unseren heutigen Etappenort.

Höhenprofil 6. Radtag

Heimreisetag: Heimfahrt über Piacenza - Brenner - Steyr - Laussa

Ja, auch eine so tolle Woche geht leider einmal zu Ende und heute steht die Heimfahrt auf dem Programm. Wir plaudern im Bus nochmal über die unvergeßlichen Eindrücke dieser Radtour. Über Piacenza, Cremona, Brescia, Verona fahren wir Richtung Brenner. Und über Innsbruck Salzburg und Steyr erreichen wir schließlich Laussa. Wir sind sicher, dass wir nicht zum letztenmal eine derartige Radtour unternommen haben und für nächstes Jahr werden bereits wieder die ersten Pläne geschmiedet.